Erste Wildkräuter für Suppe oder Smoothie

Wenn es die Zeit irgendwie erlaubt, gibt es bei uns am Gründonnerstag eine Kräutersuppe. Auch heuer war ich wieder unterwegs und möchte hier zeigen, was es bei uns schon alles draussen zu essen gibt. Wer keine Suppe davon machen mag, der kann die Kräuter natürlich auch für grünen Smoothie verwenden.

Los geht es mit dem Giersch. Die Kräuter sind heuer noch recht klein. Deshalb war ein bisschen Fleiß gefragt. Der Giersch und die Brennessel haben einen wunderbar milden Geschmack, deshalb ist es immer gut, wenn sie die Basis eines Wildkräutergerichtes übernehmen. Darum herum gruppieren sich dann bitterere Kräuter wie z. B. der Löwenzahn.

Wer den Giersch einmal so genossen hat, wird seinen Wert auch im Garten erkennen, der praktisch das ganze Jahr zu beernten ist, auch wenn andere Pflanzen wegen Trockenheit oder Schädlingsbefall schon schlapp machen.

Das Klettenlabkraut ist um diese Zeit noch mild, die Häarchen sind noch fein und stören deshalb nicht beim Essen.

Hier wächst Gundermann, Giersch und die Brennessel. Alle drei voller Power-Nährstoffe, entgiftend, entschlackend und gut im Geschmack.

Im Graben wächst neben den Brennesseln auch Brunnenkresse. Wegen den Senfölen hat sie einen sehr scharfen Geschmack.

Die ersten Blätter des Mädesüß spitzen aus der Erde. Sie enthalten Acetylsalicylsäure, sprich den Wirkstoff des Aspirins.

Zu viel Mädesüß in der Suppe schmeckt einfach nur bäh. Das ist mir mal bei einer Kräuterwanderung passiert. Ich nahm einen ganzen Buschen Mädesüß mit, der eigentlich für die Kopfschmerzbehandlung als Tee gedacht war. Das war für die Suppe eindeutig zu viel, schmeckte sehr bitter und adstringierend.

Dann gibts natürlich die ersten Löwenzähnchen. Bitter und gut für Leber und Galle.

Spitzwegerich treibt die ersten frischen Blättchen. Er enthält viel Silicium, ist gut für Lunge und Bindegewebe und zur Behandlung bei Insektenstichen beinahe unschlagbar.

Die Kornelkirschen blühen gerade. Die sind zwar nicht für die Suppe, aber als Bieneweide um diese Zeit als erste Nahrungsquelle für die Bienen sehr wichtig. Und natürlich ist sie nicht nur Bienen- sondern auch eine Augenweide.

Sauerampfer - geschmacklich sehr gut! Erkennbar an den pfeilähnlichen Blättern, nicht zu verwechseln mit dem krausen Ampfer. Der ist zwar gut zur Wundbehandlung, schmeckt aber nicht.

Verwilderter Schnittlauch aus dem ehemaligen Bauerngarten. Hier stand früher mal ein Bauernhof.

Wichtig! Das hier ist zwar wunderhübsch, kommt aber nicht in die Suppe, denn  das Buschwindröschen ist giftig, wurde sogar früher für Pfeilgifte verwendet.

Das Scharbockskraut enthält viel Vitamin C und war früher sehr wichtig, um den Scharbock, also den Skorbut zu heilen. Also die Vitamin C Mangelversorgung über den Winter. Es schmeckt scharf und kann verwendet werden, bis die ersten Blüten da sind.

Die ersten Blättchen der Schafgarbe. Gut für den Darm und schmeckt auch recht gut.

Huflattichblüten. Gut gegen Husten und auch gut zum Essen.

Walderdbeerblätter. Bitter, gut für die Leber.

Rainfarn - der ist zwar auch einer der ersten Kräuter, aber giftig. Gegen Läusebefall bei Hühnern, man legt in dazu in die Nester, ist er allerdings gut. Er kommt also nicht in die Suppe.

Bärlauch wächst bei uns hier nicht (mehr) wild. Dafür aber bei uns im Garten. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass er leicht mit den giftigen Maiglöckchen verwechselt werden kann. Also nur was für Kenner zum sammeln. Oder man weiß eben, was man im Garten hat.

Das war die Ernte. Da es für 5 Leute und 2 Hunde etwas wenig war, habe ich mit einem Päckchen Tiefkühlspinat gestreckt.

Für die Suppe Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, dann die grob gehackten Kräuter zugeben und zusammenfallen lassen. Aufgießen mit Wasser, andicken mit Mehl oder Stärke. Abschmecken mit Suppenwürze, die gerne auch selbst gemacht sein kann und Muskat. Pürieren und falls gewünscht einen Schuß Sahne dazu.

Guten Appetit!

(Hinweis: Kräuter sollten natürlich  nur gesammelt werden, wenn man sie auch kennt. Und natürlich nimmt man auch immer nur so viel, dass die Pflanze weiter wachsen kann und nur von Stellen, wo es nur geringe Schadstoffe gibt, man denke an Hundekot, Gülledüngung, Abgase, etc. Und ein zumindest geistiges Dankeschön an die Pflanze, dass sie einen nährt und mit Heilkräften versorgt, gibt auch etwas zurück und schafft ein energetisches Gleichgewicht.

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Kommentare: 2
  • #1

    Lieselotte (Mittwoch, 15 Juni 2016 12:08)

    Immer wenn ich auf deiner Hompage bin, werde ich so froh über deine Botschaften. Irgendwann werde ich mich melden. Ich lebe halt in Dänemark, ein bisschen weit weg von dir.
    Danke für alles

  • #2

    Sabine (Mittwoch, 15 Juni 2016 17:50)

    Liebe Liselotte,
    Danke für Deine Nachricht!
    Du hast eine schöne Webseite und Deine Bilder sind sehr ausdrucksstark.
    Skype gibt es bestimmt auch in Dänemark, oder?
    Herzliche Grüße
    Sabine